Das Programm

In aller Kürze

Wir organisieren zwölfmonatige Freiwilligendienste in Deutschland für junge Erwachsene aus Ecuador, Nepal und Ruanda. Die ersten beiden Freiwilligen aus Ecuador nahmen 2012 an unserem Freiwilligen-Programm teil. Im Januar 2013 landete die nächste Freiwilligen-Generation bestehend aus je zwei Freiwilligen aus Ruanda und Ecuador in Deutschland. Im Zuge der zeitlichen Umstellung des Freiwilligenzyklus reisten Ende August 2013 weitere fünf und ein Jahr später weitere sechs Freiwillige aus Ecuador, Uganda, Ruanda und Nepal nach Deutschland ein. Im Sommer 2014 begannen sechs Freiwillige der mittlerweile vierten Zugvögel- Generation ihren Dienst.

 

Projekte

Die  Freiwilligen arbeiten in verschiedensten Sozial-, Kultur- oder Umweltprojekten in ganz Deutschland. Da es sich um einen Freiwilligendienst handelt, erhalten sie kein Gehalt von ihrer Organisation. Entscheidend ist der reichliche Kontakt und Austausch mit anderen Menschen. Es geht nicht in erster Linie um die Arbeit, die die Freiwilligen ausüben, sondern darum, dass sie viel sehen, hören, erzählen, teilen. Die Einsätze finden in der Regel im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) statt, der vom Bundesministerium für Familie, Senior_innen, Frauen und Jugend getragen wird und Ausländer_innen explizit die Teilnahme ermöglicht.

 

Unterbringung

Die Freiwilligen wohnen bei Gastfamilien, um die deutsche Kultur intensiv kennen zu lernen, schnell anderen Menschen verschiedenster Altersklassen näher zu kommen und das Gefühl eines wahren Zuhauses in einem zunächst fremden Land zu genießen. Die Familien erhalten keine finanzielle Aufwandsentschädigung von unserer Seite. Sollten gewisse Projekte die Unterbringung in anderen Wohnsituationen erfordern, wird dies natürlich berücksichtigt.

 

Zeitplan

01.2012 - 01.2013 - 2 Freiwillige aus Ecuador, welche vom Vorgängerverein übernommen wurden
01.2013 - 01.2014 - 4 Freiwillige aus Ecuador und Ruanda
09.2013 - 09.2014 - 5 Freiwillige aus Nepal, Ruanda und Uganda
09.2014 - 09.2015 - 6 Freiwillige aus Nepal, Ruanda und Ecuador

Für jeden Freiwilligen-Jahrgang beginnt die Werbung für das Programm in den verschiedenen Entsendeländern etwa ein Jahr vor der Ausreise. Die genaue Bewerbungsfrist wird von den jeweiligen Partnerstrukturen festgelegt. Ein halbes Jahr vor der Ausreise stehen die Freiwilligen fest, sodass noch genug Zeit bleibt um die Visa zu beantragen.

 

Sprache

In allen Partnerländern ist die Anzahl der Menschen, die über Deutschkenntnisse verfügen, sehr gering. Um unseren Bewerber_innenkreis nicht auf die kleine Gruppe jener zu beschränken, die deutsche Schulen besucht oder Deutsch studiert haben, setzen wir keine Sprachkenntnisse voraus. Nach der Auswahl der Freiwilligen besuchen dieses wenn möglich bereits einen Sprachkurs vor Ort, um vor der Ausreise über einen Grundsprachschatz zu verfügen. Nach der Ankunft in Deutschland erhalten sie weiterhin kontinuierlichen Sprachunterricht.

 

Seminare

Fünf Seminare gehören zum Aufenthalt. Eines zur Vorbereitung im Monat vor der Abreise, eines nach der Ankunft in Deutschland, eines zur Reflektion nach der Hälfte des Aufenthalts, eines zum Abschied kurz vor der Rückkehr und eines zur Nachbereitung nach dem Jahr. Die Seminare außerhalb Deutschlands werden von Partner_innen vor Ort durchgeführt. Wir möchten mit der Übertragung dieser Aufgabe auf lokale Strukturen in den Entsendeländern verhindern, dass Auswahl und Vorbereitung der Freiwilligen aus unserem westlichen Blickwinkel geschieht. 

 

Partnerstrukturen

Voraussetzung dafür, dass ein Land Teil des Zugvögel-Programms werden kann, ist, dass es vor Ort Strukturen gibt, die gewährleisten, dass die Auswahl der Freiwilligen sowie ihre Vor- und Nachbereitung unabhängig von Mitgliedern des Vereins oder anderen Deutschen durchgeführt werden kann. Es entspricht unserer Vorstellung eines gleichberechtigten, selbstbestimmten Austausches, dass wir als Verein nur jene Aufgaben im Rahmen des Programms übernehmen, die in Deutschland anfallen. Wir wollen den Entsendeländern die Möglichkeit geben, das Programm aktiv mitzugestalten und eigene Erfahrungen und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.

 

Entsendeländer

Entsendeland kann jedes Land werden, das die oben ausgeführten Partnerstrukturen vorweisen kann. Die Anzahl der Entsendeländer ist nur durch die uns zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel begrenzt. Wir möchten stets mindestens zwei Freiwillige aus einem Land entsenden. Länder, die ein Mal in das Programm aufgenommen wurden, sollen in den folgenden Jahren stets vertreten bleiben.
2012 war Ecuador das einzige Partnerland. 2013 kamen Ruanda, Nepal und Uganda dazu. Darüber hinaus haben Vereinsmitglieder Freiwilligendienste in Peru, Paraguay, Bolivien, Brasilien, Mexiko, Benin, Kamerun,Togo, Ghana, Tansania, Botsuana, Südafrika, Vietnam und Indien absolviert. Wenn das Wachstum des Vereins es sinnvoll erscheinen lässt, werden wir uns bemühen, dort ebenfalls Partnerschaften zur Freiwilligenentsendung aufzubauen.

 

Finanzierung

Alle Zugvögel-Freiwilligen nehmen am Bundesfreiwilligendienst (BFD) teil. Die Bundesregierung fördert den BFD über das Bundesfamilienministerium (BMFSJ) mit einem monatlichen, altersabhängigen Satz für Taschengeld, Sozialversicherung und pädagogische Betreuung (z.B. Seminare), dies ist auch bei unseren Freiwilligen normalerweise der Fall. Im Regelfall leisten zudem die Einsatzstellen einen finanziellen Beitrag. Insgesamt kalkulieren wir pro Person und Jahr ein Budget von bis zu ca. 12.000 €, das neben Taschengeld, Sozialversicherung und pädagogischer Betreuung beispielsweise Flug- und Fahrtkosten, Sprachkurse oder auch die Vor- und Nachbereitung im Ausland enthält. Um diese Kosten zu tragen, sind wir insbesondere auf Spenden angewiesen.

Eine Reihe von Plätzen (aktuell 4 von 6 Freiwilligen pro Jahr) werden momentan über das Pilot-Programm „weltwärts-Süd-Nord“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammen-arbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. In diesem Programmformat werden 75% der Gesamtkosten vom BMZ übernommen, dafür entfällt die Förderung durch das BMFSJ.

Administrative Kosten und Ausgaben für Vereinstreffen und –aktivitäten tragen wir durch Mitgliedsbeiträge, Unterstützung von Stiftungen und Förderprogrammen wie „Brot für die Welt“, die „Aktion Selbstbesteuerung e.V.“ oder auch einzelne Privatpersonen.

 

Visa

Die Visa-Vergabe für Freiwillige ist in § 9.1 der Beschäftigungsverordnung geregelt: „ Keiner Zustimmung bedarf die Erteilung eines Aufenthaltstitels an Personen, die im Rahmen eines gesetzlich geregelten oder auf einem Programm der Europäischen Gemeinschaft beruhenden Freiwilligendienst beschäftigt werden“. Die Erfahrung aus vergangenen Jahren zeigt uns jedoch, dass die Bewilligung von Visumsanträgen nicht immer problemlos möglich ist. Die Abwicklung des Prozesses wird durch die Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst bzw. dem weltwärts-Programm erleichtert. In den meisten Fällen erhielten die Freiwilligen ihr Visum. Verspätungen und Ablehnungen der Anträge sind leider trotzdem immer wieder Thema. Aus diesem Grund setzt sich unser Verein für faire Visabedingungen ein.

 

Pädagogisches Konzept

Unser fachlich-pädagogisches Konzept finden sie hier.

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