Welche Lebensmittel oder Rezepte waren für mich von Bedeutung in meiner Kindheit oder in meiner Familie? Welches war das zentrale Lebensmittel bei mir zu Hause? Welches Lebensmittel ist für mich ein Besonderes?
Diesen Fragen spürte Karina bei einer Workshopreihe mit einer Gruppe bestehend aus 14 Frauen und einem Mann in der „Casa de la Cultura“ (Haus der Kultur) in Riobamba, Ecuador nach. Ihre Idee: an drei Nachmittagen miteinander reflektieren, woher lokale Lebensmittel in den ecuadorianischen Anden kommen und damit das Wissen der ländlichen Bevölkerung wertschätzen; reflektieren, welchen kulturellen Wert Lebensmittel zusätzlich zu ihrer Bedeutung für unsere Ernährung haben und wie sehr unsere Erinnerungen und Identität mit diesen verbunden sind. Als Methode wurde das Sticken gewählt, um auf kreative Weise miteinander in den Dialog zu kommen: das Erinnerte in der Stickerei festhalten, das fertige Werk als Erinnerungsstütze.
In einem ersten Schritt tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Erinnerungen an Rezepte und Lebensmittel aus, die in ihrer Familiengeschichte eine wichtige Rolle spielten bzw. weiterhin spielen. Auf dieser Grundlage wählte dann jede Person ein Lebensmittel oder Symbol, stellvertretend für diese Erinnerung oder dieses Rezept, das anschließend in ihrer Stickerei dargestellt werden sollte. Beim zweiten Treffen wurden die Teilnehmenden mit fachlicher Begleitung angeleitet, ihr persönliches Textilstück zu besticken. Währenddessen tauschten sich die Teilnehmenden über die Herkunft ihrer ausgewählten Lebensmittel, Anbaumethoden, Zubereitung und kulturelle Bedeutung aus. Abschließen wurde ein digitaler Bericht erstellt, der Fotos der Workshops und Textilstücke, Erfahrungsberichte und Lernergebnisse versammelte.
Karina kommt aus Ecuador und absolvierte 2015/16 einen weltwärts-Freiwilligendienst in Deutschland über die Zugvögel.

